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 | Karl Hermann Fröhlich (1821-1898) | Der in Stralsund geborene K. H. Fröhlich, bekannt als Dichter und Silhouettenkünstler, war Sohn eines Schusters. Eine Schwester seiner Mutter schnitt für ihn mit der Schere zierliche Bilder aus schwarzem Papier. Bald versuchte er Ähnliches hervorzubringen und erwarb sich hierbei spielend eine Geschicklichkeit mit der Schere, die ihm bis ins hohe Alter erhalten blieb. |
 Karl Fröhlich, Mutter mit Kind gratulieren, um 1880, Original- scherenschnitt, Kulturhisto- risches Museum, Stralsund | Im Jahre 1829 kam er mit seinen Eltern nach Berlin und fand 1833 in der Nauck'schen Buchdruckerei Aufnahme als Druckerlehrling. Inzwischen blieben auch seine zierlich geschnittenen Silhouetten nicht unbemerkt. Ein Liebhaber seiner Arbeiten erteilte ihm Zeichenunterricht. 1839 begab er sich als junger Schriftsetzer auf die Wanderschaft. Sein Reiseziel war die alte Heimatstadt Stralsund. Dort kamen ihm kunstreich ausgeschnittene Bilder des Malers Otto Philipp Runge (1777-1810) aus Wolgast zu Gesicht. Diese zeigten ihm, was man durch Fleiß und Begabung mit der Schere erreichen kann. 1842 suchte er Wilhelm Müller (1804-1865) in Düsseldorf auf, der sein Talent erkannte und mit ihm Freundschaft schloß. Die einfachen Fabeln und Lieder Karl Fröhlichs fanden die Beachtung des Dichters Ferdinand Freiligrath in St. Goar. | | Mit seinen Empfehlungen an Justinus Kerner und Gustav Schwab erhielt er in Stuttgart in der Cotta'sehen Buchdruckerei Arbeit und Gelegenheit, sich im Holzschnittdruck ausbilden zu lassen. Später folgte er dem Buchdrucker und Dichter N. Müller nach Wertheim am Main, wo er seine spätere Frau Anna Ströbe kennenlernte. Nach Berlin zurückgekehrt, blieb er bis ins Alter seinem Beruf als Buchdrucker treu. Seit 1846 war er mit Gleichgesinnten bemüht, die verwalteten Kranken- und Hilfskassen der Buchdrucker zu reformieren. Von 1867 bis 1872 war Fröhlich als künstlerischer Mitarbeiter beim Hofphotographen Gustav Schauer beschäftigt. In dieser Zeit lernte er seine zweite Frau Luise Naumann kennen. Außerdem arbeitete er acht Jahre lang als Korrektor bei der Berliner Börsenzeitung. Zu seinen Arbeiten mit "Feder und Schere" verwendete er seine Sonntage und Freistunden. Die Erzeugnisse seiner Muße nannte er Blumen am Wege. Unter diesem Titel erschienen auch seine Gedichte. Seine schlicht anmutigen Silhouetten fanden Beachtung und Verbreitung. In verschiedenen Kunstausstellungen wurden die schwarzen Bilder gerne gesehen und eingehend besprochen, so 1890 in Berlin, im "Verein Berliner Künstler", und 1891 in Hamburg, im Museum für Kunst und Gewerbe. Am 18. 12. 1898 starb Karl Fröhlich in Berlin. |  Karl Fröhlich, Hund und Vogel, um 1860, Original- scherenschnitt, Kulturhistorisches Museum, Stralsund | Christa Weber
| | Literatur: Richard Maurer, Karl Fröhlich - ein Lebensbild, in: Wertheimer Jahrbuch 1916. |
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