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 | Otto Wiedemann (1869 - 1957) | Er wollte Tiermaler werden. Von 1893 bis 1899 war der gebürtige Greifswalder Schüler des Berliner Tiermalers Paul Meyerheim (1842-1915), den er sehr verehrte. Gleichzeitig nahm er in Wörth am Rhein an den Sommerkursen des Tiermalers Heinrich von Zügel (1850-1941), Gründungsmitglied der Münchener Sezession, teil. Wiedemanns geschnittene Tierdarstellungen, wie die aus dem Zoologischen Garten zu Berlin, zeugen von einer feinen Beobachtungsgabe und Kunstfertigkeit in der Wiedergabe schwieriger Bewegungsmotive. Wohnhaft in Berlin-Friedenau genoss er als Kaiserlicher Hof-Scherenschneider hohes Ansehen. Zusammen mit anderen Berliner Scherenschnittkünstlern unterstützte er die 1916 von der Kronprinzessin Cecilie ins Leben gerufene Kriegskinderspende deutscher Frauen, indem er Porträtsilhouetten der kaiserlichen Familie auf Postkarten und Kriegsbilderbogen publizierte. Seine ganzfigurigen Scherenbildnisse von Künstlern, vorzugsweise von Musikern und Tänzern, fasste er als "zweidimensionale Plastik" auf, bei der lediglich das reine, einheitliche Material, das schwarze mit der Schere modellierte Papier wirken solle. Als Konzert-Silhouettenschneider müsse man eine Art Jäger sein, der mit Wachsamkeit und Geschicklichkeit seine Beute belauere. |
 Otto Wiedemann, Gemsen, um 1911, Postkarte, Privatbesitz |  Otto Wiedemann, Känguruhs aus dem Zoologischen Garten zu Berlin, um 1911, Postkarte, Privatbesitz | | Christa Weber
| | Literatur: Otto Wiedemann, Bildnis-Silhouetten berühmter Musiker, Lübeck, 1917; Ders., Meine Scherenbildnisse, in: Illustrierte Rundschau |
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